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Vergütung von Design:
Was darf Gestaltung kosten?

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Eine Anmerkung zu Beginn: Wie viel ein gutes Design tatsächlich kosten darf, lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Dafür gibt es einfach zu viele verschiedene Parameter, die den Preis ausmachen.

Die Thematik Billigportale, die Logos für 30 € und weniger anbieten, nehme ich hier bewusst raus. Denn dieser Artikel soll ein Gefühl für realistische Designhonorare von Profis schaffen und Hilfestellung bieten, wie Sie den guten vom weniger guten Dienstleister  und entsprechend auch die Qualität der Angebote unterscheiden können.

Breite Preisspannen bei Grafikern sorgen für Unsicherheit

Die unglaublich breite Preisspanne sorgt für Unsicherheit – auf beiden Seiten. Viele Designer sind sich heutzutage unsicher, welchen Stundenlohn sie aufrufen können. Zum einen liegt das daran, dass zu diesem Thema oft eine über-Geld-spricht-man-nicht-Mentalität herrscht, andererseits sind wir Kreativen in dieser Angelegenheit aber oft auch konfliktscheu. Nimmt man noch den Preisdruck und die Tatsache, dass Gestaltung oft erst im finalen Produkt wie einer Visitenkarte, einer Image-Broschüre oder einer Website richtig greifbar wird, hinzu, dann ist eine Diskussion über das Thema Preis/Leistung  schnell entfacht.

Aber: Auch Kreative müssen ihren Lebensunterhalt bestreiten können und haben genauso ihre Abgaben zu leisten. Wenn also ein Designer mit einem geringen Stundenlohn zahlreiche Aufträge parallel bearbeiten muss, um einigermaßen davon leben zu können, muss klar sein, dass die Qualität der Arbeit nicht vergleichbar sein kann. Eine eingehende Beschäftigung mit dem Kunden, dessen Zielgruppe und Positionierung ist schlichtweg nicht mehr möglich.

Die Berufsbezeichnung: nicht geschützt, sehr unterschiedlich, oft verwirrend

Für weitere Verunsicherung sorgt die Tatsache, dass der Beruf des Designers nicht geschützt ist und es wenig Standards für die Ausbildung und Qualifikation gibt. Es kann sich also grundsätzlich jeder Designer nennen, der einen Stift in der Hand halten kann.

Für Auftraggeber wird es in Anbetracht der fehlenden Standards, der Vielzahl von Berufsbezeichnungen, Spezialisierungen und Qualifikationen und nicht zuletzt der so unterschiedlichen Stundensätze schwierig, den richtigen Dienstleister zu finden und dabei auch noch ein gutes Gefühl zu haben. Gerade für meist groß angelegte Corporate Design-Entwicklungen oder einen Corporate Relaunch ist das aber unerlässlich.

Diplom-Designer oder Designer ohne Diplom?

Einen ersten Anhaltspunkt für den richtigen Dienstleister kann der Blick auf die genaue Berufsbezeichnung bieten: Ein Diplom-Grad darf nur geführt werden, wenn dieser Grad durch ein erfolgreich absolviertes Hochschulstudium verliehen wurde. Die Ausbildung ist hier meist sehr fundiert.

Aber auch bei Designern ohne Dipl. lohnt sich der Blick: Viele – unter anderem ich selbst – haben auf diversen Privatakademien Kommunikationsdesign studiert. Bei mir war das beispielsweise die IFOG-Akademie. Diese Abschlüsse sind meist staatlich nicht anerkannt, weshalb man sozusagen „nur“ Kommunikationsdesigner ist.  Erfahrungsgemäß aber viel näher an der Praxis, so dass man die Theorie auch schnell umsetzen kann.

Unabhängig vom Abschluss und der Berufsbezeichnung gilt aber immer: Werfen Sie einen Blick ins Portfolio, um zu sehen, ob der Kandidat für Sie in Frage kommt. Die gezeigten Arbeiten sprechen meist Bände.

 

Honorarrichtlinien für Grafikdesign

Nun aber zurück zum Geld. Viele Grafikdesigner berufen sich bei der Kalkulation auf die Honorarrichtlinie der AGD. Sie ist eine Orientierungshilfe für die richtige Vergütung Ihres Designauftrags. Sie finden den Vergütungstarifvertrag für Designleistungen (VTV Design) hier. Der Tarifvertrag bemisst den Basisstundensatz aktuell mit 90 Euro.

Ich spreche bewusst von einer Orientierungshilfe, denn persönliche Parameter wie Schnelligkeit, Qualifikationen, Spezialisierungsgrad, das Maß an Kreativität, aber auch der Wohnsitz und damit verbundene Lebenshaltungskosten, beeinflußen den Stundensatz eines Grafikdesigners maßgeblich.

Abrechnungsmodelle im Grafikbereich

Wie in vielen anderen Branchen existieren auch im Design-Bereich verschiedene Abrechnungsmodelle. Eine exakte Abrechnung nach Stunden lohnt sich bei kleineren Projekten wie einem Flyer, einer kleinen Broschüre oder bei regelmäßig anfallenden Arbeiten wie Bildbearbeitung für beispielsweise Social Media Posts.

Bei aufwendigeren Vorhaben wie der Konzeptionierung und dem Entwerfen ganzer Unternehmensauftritte werden oft Pauschalen angeboten. Klarer Vorteil ist natürlich, dass Sie als Auftraggeber bereits in der Angebotsphase die genauen Kosten kennen. Achten Sie hier auf etwaige Anmerkungen im Angebot über das Verfahren bei Mehraufwand: Sollten Sie mehr Korrekturschleifen benötigen als angeboten, schlägt sich das natürlich auch in einem höheren Zeitaufwand für den Dienstleister nieder. Ein guter Grafikdesigner wird Sie hier rechtzeitig warnen und mit Ihnen gemeinsam das weitere Vorgehen besprechen. Den Umgang mit solch einer Situation sollten Sie aber auf jeden Fall vorab ansprechen, damit es keine Überraschungen gibt.

Denkbar wäre auch eine Buchung mit einem festen Satz für einen bestimmten Zeitraum. Designer arbeiten hier oft auch mit einem Tages- oder Wochenhonorar. Dieses Abrechnungsmodell wird meist von Agenturen genutzt, die sich Freelancer als zeitlich begrenzte Unterstützung mit ins Boot holen.

Nutzungsrechte für Ihr Design?

Neben den aufgerufenen Stunden für ein Projekt – also der reinen Entwurfsarbeit – kommen oft noch Nutzungsrechte hinzu. An dieser Stelle fragen Auftraggeber sich vielleicht, warum die Nutzung eines Werks, für dessen Erstellung Sie bereits im Rahmen des Entwurfshonorars zahlen, nochmals extra vergütet werden muss. Das regelt allerdings das Urheberrecht und liegt nicht am geldgierigen Designer.

Sobald Gestalter – also der Urheber – etwas entwirft, das eine gewisse Schöpfungshöhe erreicht, müssen Nutzungsrechte ausgewiesen werden.

Die Einräumung von Nutzungsrechten hat für Sie als Auftraggeber den Vorteil, dass ganz klar geregelt ist, wie und vor allem von wem das Design genutzt werden kann – exklusiv von Ihnen oder einfach und somit ggf. auch von anderen.

Flexibilität durch Nutzungsrechte

Wenn Ihr Budget erst einmal keine internationale Nutzung zulässt, beschränken Sie die Nutzung erst einmal regional oder national. Wächst Ihr Unternehmen, kann auch der Nutzungsumfang erweitert werden.

Die Ausweisung der Nutzungsrechte erlaubt also auch eine faire Vergütung: Ein kleines, regionales Unternehmen wird in der Regel nicht den gleichen Nutzen aus einer guten Designstrategie ziehen wie ein international agierendes Unternehmen, das die Gestaltung auf allen möglichen Kanälen anwenden wird. Die Nutzungsrechte vergüten somit auch den monetären Wert, den ein Unternehmen durch eine gute Gestaltung erwirtschaftet.

Wie Nutzungsrechte von Ihrem Dienstleister gehandhabt werden, wird meist im Angebot oder den AGB dargelegt. Finden Sie hierzu nichts, sprechen Sie Ihren Dienstleister vor Auftragserteilung unbedingt auf das Thema Nutzungsrechte an, um hier Ärger und Missverständnissen vorzubeugen.

Kalkulationsfaktoren für Nutzungsrechte

Die Höhe der Nutzungsrechte basiert immer auf dem Entwurfshonorar – also der Vergütung der reinen Entwurfsarbeit, meist nach Zeitaufwand oder einer Pauschale abgerechnet. Dieses Honorar wird mit einem bestimmten Faktor multipliziert, der sich nach dem Umfang der zu übertragenen Rechte bemisst.

Nutzungsart
einfach 0,2
ausschließlich 1,0

 

Nutzungsgebiet
regional 0,1
national 0,3
europaweit 1,0
weltweit 2,00

 

Nutzungsdauer
1 Jahr 0,1
5 Jahre 0,3
10 Jahre 0,5
unbegrenzt 1,5

 

Nutzungsumfang
gering 0,1
mittel 0,3
groß 0,7
umfangreich 1,0

Rechenbeispiel für Nutzungsrechte nach den Vorgaben der Allianz deutscher Designer (AGD) e.V.

einfache Rechteeinräumung: 0,2
+ Faktor Nutzungsgebiet: 0,1
+ Faktor Nutzungsdauer: 0,3
+ Faktor Nutzungsintensität: 1,0
= Gesamtnutzungsfaktor: 1,6

Gesamtnutzungsfaktor x Honorar für Entwurfsarbeiten = Vergütung für Nutzungsrechte

Und was kostet nun gutes Design?

Vergütung von Designdienstleistungen Grafik

Die Vergütung von Designleistungen ist ein breit diskutiertes Feld, das viel Interpretationsspielraum lässt und sich in einem kleinen Artikel nicht vollumfänglich und in aller Tiefe aufbereiten lässt.

Worauf Sie sich aber nie einlassen sollten, ist: Gut, schnell und günstig. In den wenigsten Fällen ist die Leistung, die Sie dafür erhalten, tatsächlich von hoher Qualität. Im schlimmsten Fall zahlen Sie drauf, weil Sie Ihr Designprojekt noch mal professionell bei einem anderen Dienstleister machen lassen.

Die beste Möglichkeit herauszufinden, ob ein Angebot „es wert“ ist, ist sich den Dienstleister genau anzusehen:

  • Wie sehen bisherige Referenzen aus?
  • Haben Sie jemanden empfohlen bekommen?
  • Gibt es zufriedene Kundenstimmen?
  • Spiegelt sich der Wert, den das Projekt für Ihr Unternehmen bringt, im Angebot wider?
  • Ist das Angebot transparent oder bleiben Fragen offen?
  • Wie reagiert der Auftragnehmer auf Nachfragen Ihrerseits?
Und ein nicht ganz unwichtiger Punkt: Stimmt die Chemie? Bevor es zum Auftrag kommt, sollten Sie sich mit der Person mindestens einmal telefonisch ausgiebig über Ihr Projekt ausgetauscht haben, denn wenn es zwischenmenschlich nicht passt, laufen diese Projekte erfahrungsgemäß für keine der beiden Parteien wünschenswert ab.

Ein guter Designer begegnet Ihnen immer auf Augenhöhe und wird Ihnen Ihre Fragen immer gerne beantworten. Zögern Sie also nie, Ihren Spezialisten bei Unklarheiten oder besonderen Wünschen anzusprechen.

Katharina Pohl: die Designtante

Fragen oder Anregungen? Immer gerne!

Lassen Sie uns in den Dialog gehen. Sie haben Anmerkungen zum Artikel? Oder vielleicht eine ganz konkrete Frage dazu? Steht ein Projekt an und Sie benötigen Unterstützung?

In jedem dieser Fälle freue ich mich über Ihre Nachricht.

 

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Die 6 Erfolgsfaktoren für Ihren Unternehmensauftritt

Was macht ein gutes Corporate Design aus?

Ihre Unternehmenskultur wird durch das Corporate Design visuell dargestellt. Es ist der erste Kontaktpunkt zu allen Anspruchsgruppen und muss in wenigen Sekunden einen maßgeblichen Eindruck hinterlassen.

 

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